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Reisebericht von der Baleareninsel Menorca
Es war Pfingsten und wir hatten die Möglichkeit eine Woche frei zu nehmen. Gesagt getan, jetzt fehlte noch ein Urlaubsziel. Die Wahl fiel auf die Baleareninsel Menorca. Mit nur ca. 700 km² Fläche ist Menorca um einiges kleiner als die Nachbarinsel Mallorca und auch bei weitem nicht so vom Tourismus überlaufen. Desweiteren konnte man in einer Woche auch viel von der Insel sehen, da sie nur ca. 50 km lang und 16 km breit ist. Anfang Juni ging es nun ab auf die Insel. Von Berlin Tegel ging es mit Air Berlin auf nach Menorca. Nach guten 2 Stunden Flug war man auf der Baleareninsel. Dort erwartete uns strahlender Sonnenschein und warme 28-34 Grad. Das Wetter war die ganze Woche über so sonnig und warm und kaum eine Wolke war zu entdecken.
Der Bus brachte uns vom Flughafen, welcher westlich von der Inselhauptstadt Mahón (oder Maó wie es auch geschrieben wird) lag, zum kleinen Ferienort Cala en Bosc am Cap d'Artrutx. Wir bezogen eine Woche eine Ferienwohnung mit Küchenzeile im Hotel Marinda Garden. Das Hotel bestand aus 2-stöckigen Wohngebäuden, die insgesamt 4 Ferienwohnungen beinhalteten. Die Ferienwohnung war gut eingerichtet und es war alles vorhanden, was man zum Kochen für eine Woche Selbstverpflegung brauchte. Der Pool lag in der Nähe vom Hauptgebäude, wurde aber von uns nicht genutzt. Zum Strand waren es ca. 500-700 Meter. Der Weg führte entlang des Hafens und einiger Bars zum Strand. Die feinsandige Badebucht war von Felsen eingeschlossen und das Wasser war total klar. Man konnte selbst am Ende der Bucht noch problemlos zum Meeresboden schauen. Und von den Felsen konnte man auch gut ins Wasser springen, da es weiter draußen schnell tiefer wurde. Nur sollte man auf jeden Fall Schuhe anziehen, wenn man auf den Felsen entlang läuft, da diese von der Brandung und dem Salz des Meerwassers schon sehr zerfressen und manchmal auch sehr spitz waren.

Die ersten beiden Tage verbrachten wir am Strand, um erst einmal die herrlichen Temperaturen, die Sonne und das glasklare Meer zu genießen. Dann machten wir uns auf die Suche nach einer Autovermietung, um ein wenig die Insel zu erkunden. Wir mieteten ein Auto für 3 Tage und das ganze für 80 Euro. Auch das Benzin war auf Menorca billiger als in Deutschland. Es kostete so um die 1,15 Euro. Das Ziel des ersten Tages mit dem Auto war die Inselhauptstadt Mahón / Maó. Mahón besitzt den zweit größten Naturhafen auf der Welt. Eine Hafenrundfahrt ist auf jeden Fall zu empfehlen. Auch die Hafenpromenade ist einen Spaziergang wert. Wir schlenderten oberhalb des Hafens durch die Altstadt mit ihren vielen Gassen und Geschäften bis wir über die Ses Voltes hinab zum Hafen gelangten. Nach dem Besuch von Mahón ging es weiter südlich über Sant Lluis nach Binibèquer Vell. Eine der Touristenattraktionen der Insel. Das ganze Dorf glänzt in einem hellen und sauberen Weiß, selbst die Dächer sind Weiß gestrichen. Die vielen kleinen Gässchen laden zum Schlendern und Verweilen ein. Nach diesen tollen Eindrücken ging es weiter zur Cales Coves, eine von Felsen und Höhlen eingerahmte Bucht. Man erreicht Cales Coves über eine Schotterstraße und muss die letzten ca.800 Meter zu Fuß gehen. In der Bucht lagen mehrere Segelboote vor Anker, die auch die Abgeschiedenheit genossen. In der Bucht verbrachten wir eine ganze Weile und kühlten unsere Füße im angenehmen Mittelmeerwasser. Dann ging es weiter nach Cala en Porter und zur Cova d'en Xoroi, einer Bar und Diskothek, die sich direkt in einer Höhle an der Steilküste befindet. Man hat von hier aus einen traumhaften Blick auf das Mittelmeer. Leider ist der Eintritt sehr teuer. Nun war es schon weit nach Mittag und wir brauchten dringend eine Abkühlung. Also auf nach Son Bou und zu dem längsten Sandstrand der Insel. Am späten Nachmittag legten wir dann noch einen weiteren Badestop an der Cala Galdana ein. Diese ringförmige, fast geschlossene Bucht ist sehr beliebt bei den Touristen. Am Abend ging es dann zurück nach Cala en Bosc und dann in eine Bar am Hafen, wo man den Tag super ausklingen lassen kann.

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück über die Inselstraße nach Es Mercadal und anschließend auf den höchsten Berg der Insel, den Monte Toro (357 Meter). Der Monte Toro wird von den Einheimischen auch als Igel bezeichnet. Das kommt von den vielen Antennen, die sich auf dem Berg befinden. Der Monto Toro ist von fast überall aus zu sehen. Serpentinen führen auf den Gipfel, auf dem sich ein Parkplatz und ein altes Kloster mit einem sehr schönen Innenhof befinden. Vom Monte Toro aus hat man einen fantastischen Panoramablick über die Insel, besonders der Inselnorden ist von hier aus wunderschön. Weiter ging es nach Norden zum Cap de Cavalleria. Wir fuhren eine kleine und enge Straße entlang, die von Feldern umgeben war. Kurz bevor wir die Halbinsel erreichten, an der das Cap de Cavalleria lag, erreichten wir einen Zaun und ein Tor. Dieses sollte man selber öffnen und gleich wieder schließen damit die wilden Ziegen nicht von der Halbinsel ausbrechen konnten. Kaum hatten wir das Tor passiert, begegneten uns schon zwei Ziegenfamilien mit ihren Jungen, die um Futter bettelten. Nach dem Zwischenstopp bei den Ziegen ging es weiter zum Leuchtturm am Cap de Cavalleria. Er befand sich direkt an der Steilküste, welche direkt ins Meer abfiel. Man kann bis zur letzten Ecke gehen. Aber man sollte nur aufpassen, dass man nicht abrutscht, denn es gibt kein Geländer oder ähnliches. Am Cap de Cavalleria befinden sich noch, wie der Name schon vermuten lässt, alte Befestigungsanlagen der Briten, die die Insel Menorca im Jahr 1708 eroberten. Nach diesen tollen Eindrücken verliesen wir das Cap de Cavalleria und fuhren weiter Richtung Fornells. Fornells ist bis heute ein wunderschönes Fischerdorf mit einem Fischerhafen geblieben. Es lohnt sich, sich in einer der Hafenkneipen niederzulassen und die besten Sachen des Meeres zu probieren. Besonders gut sind die Langusten, welche immer fangfrisch sind. Wir liefen den Hafen entlang bis zur Festung von Fornells, welche früher die Lagune schützte. Die Festung wurde erst restauriert und kann besichtigt werden. Nach dem leckeren Mittagessen ging es weiter zum Badestop in Son Parc. Hier befindet sich ein toller Strand mit einer flach abfallenden Bucht und Hotel auf dem Felsen daneben. Anschließend ging es in das Naturschutzgebiet von Menorca zum Cap de Favàritx. Hier bestehen sehr viele Felsen aus bizarrem schwarzem Schiefer. In allen Formen sind diese Felsen um das Cap de Favàritx angeordnet. Und die raue See im Norden vollendet diesen tollen Eindruck noch. Am späten Nachmittag ging es dann weiter nach Es Grau, ein schönes Dorf an der Nordküste, welches touristisch nicht wirklich berührt ist. Viele Menorquiner kommen hier zum Baden her. Als dann langsam die Sonne unterging, machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel.
Der letzte Tag mit dem Mietauto hatte begonnen. Wir besuchten noch einige Buchten im Norden. Menorca besitzt aber soviele kleine und versteckte Buchten das man diese gar nicht alle in einer Woche sehen kann. Wir besuchten noch die Cala Pregonda und danach ging es Richtung westen zum Leuchtturm Punta Nati. Hier stehen auch noch alte Kriegsbefestigungen von den Briten. Danach fuhren wir nach Ciutadella. Hier war es schwer einen Parkplatz zu finden, zumindest in Zentrumsnähe. Wir schlenderten dann durch die Altstadt vom Placa d'es Born zur Kathedrale und anschließend zum Hafen, an welchem es sehr viele schöne Lokale gibt, die in den Stein hinein gebaut sind. Am Hafenausgang befindet sich ein Fort direkt an der Klippe. Wir verweilten eine ganze Weile an der Küste auf den Steinen und beobachteten die ein- und ausfahrenden Schiffe. Den Tag beendeten wir dann mit einer Tour am Hafen in unserem Ferienort Cala en Bosc.

Die restliche Zeit auf Menorca verbrachten wir wieder am Strand in Cala en Bosc. Am Ende der Woche wurde die See etwas rauer und die Wellen schlugen außen an den felsigen Eingang der Bucht. Es sah toll aus, wenn sich die Wellen so in die Bucht schlängelten, wenn man ganz vorn an der Spitze der Bucht stand. Auch war das Wetter so toll und klar, dass man bis nach Mallorca rüber schauen konnte. So ging die schöne Woche auf Menorca zu Ende und wir mussten wieder nach Deutschland zurück.
Menorca ist eine tolle Insel und was wir in der Woche gesehen haben, macht auf jeden Fall Lust auf ein Wiedersehen. Auf Menorca kann man einen ruhigen Urlaub verbringen, aber auch für Wassersportfans oder Mountainbiker ist die Insel sehr schön. Der Grüne und raue Norden ist faszinierend und die Natur einzigartig. Die vielen Buchten und Strände im Süden laden zum Baden ein. Vor allem für Familien mit Kindern ist, so denke ich, der Süden optimal.
Bis bald mal wieder auf Menorca...
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