Reisebericht zu der Ostseekreuzfahrt im Sommer 2007
Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff. Das heißt für viele Luxus pur, den sich eigentlich niemand Leisten kann. Aber es gibt natürlich auch billigere Anbieter wie MSC die eine Vielzahl von Schiffen besitzen die vom Aussehen her fast gleich sind. Im August 2007 war es dann soweit, die Kreuzfahrt mit der MSC Opera stand an. Ein Schiff mit einer Länge von 251 Meter und einer Breite von 28,8 Metern. Auf diesem Schiff konnten bis zu 2200 Passagiere platz finden.
Die Reise begann in Kiel. Nachdem wir unsere Bordkarten bekommen hatten wurde natürlich noch schnell ein Foto gemacht, welche man dann käuflich Erwerben konnte zu sehr Hochenten Preisen. Auf dem Schiff angekommen machten wir uns erst einmal mit den Außendecks vertraut. Viele Passagiere lagen schon im Whirlpool oder auf den Sonnenliegen. Das hatte den Grund das viele schon in Kopenhagen ihre Reise begonnen hatten. Bis das Schiff ablegte hatten wir noch Zeit. Also machten wir eine kleine Runde über das Schiff. Ganz oben am Schornstein des Schiffes gab es eine kleine Minigolfanlage. Hier befand man sich auf dem Höchsten Punkt des Schiffes den man erreichen konnte. Ein Deck weiter unten gab es eine Laufbahn wo aber am Tag die Sonnliegen den Weg versperrten. Dann gab es noch eine Poolbar und zwei Pools sowie zwei Whirlpools. Auch ein Casino was Abends immer sehr voll war. Es war auch schön an zu sehen wie viele Leute da ihr Geld verzockten. Und das Theater nicht zu vergessen. Gut die Shows waren doch sehr Mittelmäßig aber irgendetwas musste man ja am Abend machen außer Essen. Dann darf man natürlich die Disko nicht vergessen die sich oben auf dem 11. Deck am Heck des Schiffes befand. Hier war ab 23Uhr eigentlich immer was los. Eine Vielzahl von Restaurants und Bars gab es natürlich auch aber die will ich hier nicht alle Aufzählen.

Nun war die Zeit des Ablegens gekommen viele Versammelten sich jetzt auf Deck um das ganze mit zu erleben. Das Schiff löste sich langsam vom Kai und bewegte sich langsam Richtung Ostsee. Viele kleine Segelboote, Motorboote und sogar ein paar Jetskis begleiteten unsere Ausfahrt aus dem Hafen von Kiel. Die Hafenausfahrt war erreicht und es ging Richtung Horizont aufs Meer hinaus dem blauem Himmel entgegen. Am Abend konnte man in den Restaurants sein Menü selber zusammen Stellen und insgesamt waren bis zu 5 Gänge möglich aber da musste man schon sehr großen Hunger haben. Auch so war immer reges Treiben in dem Restaurant die ganzen Kellner rannten eigentlich nur hin und her. Aber das essen war immer sehr lecker, bis auf die Vorsuppe die war einige Male recht wässrig. Mit vollem Magen ging es danach meist ins Theater oder an Deck um den Sonnenuntergang im Meer zu beobachten. Ein wirklich toller Anblick den man so oft es ging bestaunen wollte.
Nach dem Frühstück konnte man noch eine Weile an Deck liegen da die Küste erst gegen 10Uhr in Sichtweite kam, Gotland war zu sehen. Und unser Ziel sollte die Hansestadt Visby sein. Der Hafen von Visby war leider zu klein für die MSC Opera so ging das Schiff vor dem Hafen vor Anker und wir wurden mit Tenderbooten an Land gebracht. Die Stadt lag direkt am Hafen und wir konnten sie bequem zu Fuß erkunden. Besonders sehenswert ist die fast vollständig erhaltene 3,6 km lange mittelalterliche Stadtmauer mit der Ruine der Visborg. Auch fand gerade die Mittelalterwoche in Visby statt. Im Park der Stadt fühlte man sich zurückversetzt in die Mittelalterzeit. Ein Spaziergang entlang der Stadtmauer ist auch sehr zu empfehlen. Wir genossen die Zeit in Visby wozu auch der herrlich blaue Himmel beitrug. Auch der Blick vom Hafen auf das vor Anker liegende Kreuzfahrtschiff war sehr beeindruckend so bekam man eine Vorstellung von der waren Größe der Opera. Mit den Tenderbooten gelangten wir nach dem Tag in Visby wieder zurück zum Schiff. Am Abend waren wir dann schon auf dem Weg nach Stockholm.

Am Morgen lachte uns schon wieder die Sonne an vom tief blauen Himmel. Also machten wir uns auf, um Stockholm ein wenig kennen zu lernen. Stockholm erstreckt sich über 14 Inseln, die durch 53 Brücken verbunden sind. Es ist sogar möglich in den Kanälen von Stockholm Lachse zu Angeln, was auf eine hervorragende Wasserqualität schließen lässt. Und so begann unsere Entdeckungsreise mit einer Stadtrundfahrt. Die Fahrt ging durch die Innenstadt vorbei am Königspalast der nur einen Balkon besitzt und dem Gebäude wo der Nobelpreis verliehen wird. Als nächstes besuchten wir die Icebar in Stockholm. Mit echten Eisblöcken aus Jukkasjärvi, Lappland in Schweden. Man bekam eine lustige Jacke mit angenähten Handschuhen und einer Kapuze damit man mit seiner eignen Körperwärme die Icebar nicht zum Schmelzen brachte. Wir gönnten uns auch einen leckeren Cocktail aus einem Eisglas. Nach diesem tollen Erlebnis schlenderten wir noch ein wenig durch die Gassen von Stockholm. Eine wirklich wundervolle Stadt die man unbedingt besuchen sollte. Am späten Nachmittag verließen wir Stockholm durch die Schären, was ca. 24.000 kleinere und größere Inseln sind, im Gebiet zwischen Stockholm und der Ostsee. Bei diesem herrlichen Panorama und unter den Augen der uns folgenden Möwen ließen wir den Tag mit einer gemütlichen runde Minigolf auf dem obersten Deck ausklingen. Am Abend gab es dann wieder viel zu viel zu essen, aber das konnte man sich dann zum Glück in der Disko wieder abtanzen. Danach fiel man dann müde ins Bett und der leichte Wellengang schaukelte einen in den Schlaf.

Die Sonne kitzelte uns auf der Nase als wir die alte Hansestadt Reval erreichten. Heute eher bekannt als Tallinn, die Estnische Hauptstadt. Tallinn liegt am Finnischen Meerbusen ca. 80km südlich von Helsinki. Der neue Fährhafen von Tallinn liegt gleich in der nähe zur historischen Altstadt, welche man bequem zu Fuß erreichen kann. Um in die Altstadt zu gelangen geht man am Kanonenturm, welcher auch die „Dicke Margarethe“ genannt wird, vorbei und gelangt durch das Vortor in die Stadt. Sehenswert ist in Tallinn die schon angesprochene Stadtmauer, der Dom sowie das Rathaus auf dem herrlich angelegtem Rathausplatz. So besitzt Tallinn zwei Seiten. Einmal die historische und zum anderen die neue Moderne Seite. Hier ragen Bürogebäude und Hotel hervor mit einer Höhe von bis zu 94 Metern. Des Weiteren gibt es einige Ruinen wie die alte Stadthalle mit Konzertsaal welche direkt am Wasser neben dem Fährhafen liegt. Aber im Großen und Ganzen machte Tallinn ( Reval) einen guten Eindruck, der vor allem durch die Altstadt entstand. Da wir auf dem Weg von Stockholm nach Tallinn schon eine Stunde wegen der Zeitumstellung weniger hatten wurde uns auf der Reise nach St. Petersburg gleich eine weiter abgezogen. Aus diesem Grund wurde die Diskonacht diesmal nicht ganz so lang.
Der Morgen kam und die Sonne bescherte uns wieder einen herrlichen Tag. Also ging es schnell an Deck um zu sehen wo wir da gelandet sind. An Deck angekommen traute man seinen Augen nicht. Das Schiff lag im Industriehafen von St. Petersburg. Es bot sich uns ein schrecklicher Anblick. Man konnte sich wirklich fragen wo man denn hier sei. Alles so trist und grau und dreckig.

Später erfuhren wir das unser Kreuzfahrschiff zu groß war um direkt in St. Petersburg fest zu machen. Nach Russland durfte man auch nicht einfach so Einreisen, jeder wurde erst einmal kontrolliert und man bekam einen Zettel ohne den man nicht wieder auf das Schiff gelangt wäre. Ein alter Bus brachte uns dann in die Stadt. Je weiter wir in die Innenstadt kamen, desto ansehnlicher wurde St. Petersburg. Als erstes sahen wir uns die Isaakskathedrale an. Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Auch so zogen sich viele Kanäle, wie der Gribojedow-Kanal durch die Stadt. St. Petersburg wird auch als Venedig des Ostens bezeichnet. Als nächstes sahen wir die Auferstehungskirche, sie ist sehr ungewöhnlich vom Aussehen her. Ich persönlich habe so eine Kirche noch nie gesehen. Die vielen Farben und Verzierungen, schon sehr besonders. Der nächste Stop brachte uns zur Peter-und-Paul-Festung. Die beiden vergoldeten Türme der Peter-und-Paul-Kathedrale sind weithin sichtbar. Nach der Besichtigung sahen wir dann den Panzerkreuzer Aurora, welcher vor der Kadettenakademie liegt. Von hier aus hatte man einen herrlichen Blick über die Newa auf das Eremitage Theater, die Alte Eremitage, die Kleine Eremitage und den Winterpalast. Das traumhafte Wetter lud zum verweilen an der Newa ein. Wir sahen auch viele Limousinen mit Brautpaaren die sich an der Newa trafen um eine gemeinsamen Schuss aus einer Kanone abzugeben, dies schien ein alter russischer Brauch zu sein. Auf dem Rückweg zum Schiff gerieten wir in einen der üblichen Staus in St. Petersburg. Auf dem Schiff musste man erst mal die vielen Eindrücke die St. Petersburg hinterlassen hatte verarbeiten. Es gab wirklich zwei Seiten dieser Stadt eine neue und glänzende Seite und zum anderen die alte hässliche heruntergekommene Seite. Aber dennoch ist St. Petersburg auf jeden Fall eine Reise wert.

Nach dem leckeren Essen am Abend und der Show im Theater ging es wieder zum Feiern in die Disko. Wir entschlossen uns die Nacht zum Tag zu machen, weil am nächsten Tag sowieso ein Seetag im Programm stand. Also Feierten wir erst einmal bis Mitternacht um dann den Mitternachtssnack einzunehmen. Dann ging es wieder zurück in die Disko. Was wir nicht bedachten hatten war, dass wir diese Nacht eine Stunde mehr Zeit hatten da die Uhren ja wieder zurück gestellt wurden. So zog sich die Nach ein wenig hin auch weil die Disko um 4Uhr geschlossen wurde. Danach machten wir das Schiff unsicher. Es war quasi Menschenleer ein echt seltener Anblick. Wir gingen gegen halb 6 an Deck um den Sonnenaufgang zu beobachten. Es war ein toller Anblick als die Sonne langsam aus dem Meer empor stieg und uns auf der Nase kitzelte. Beim Frühstück waren wir dann die ersten was ja auch kein Wunder war. Nach dem wir unsere Bäuche wieder gefüllt hatten legten wir uns an Deck in die beiden Whirlpools und schlossen die Augen. Im großen und ganzen war der Tag auf See dann sehr erholsam.
Kopenhagen, die dänische Hauptstadt erwartete uns als nächstes. Und wir erlebten eine kleine Premiere in Kopenhagen. Es war der einzigste Tag an dem wir keinen blauen Himmel hatten. So waren wir aber nicht der Gefahr eines Sonnenbrandes ausgesetzt bei der Besichtigung von Kopenhagen. Das Wahrzeichen der Hauptstadt besuchten wir als erstes da es recht nah am Hafen lag. Die kleine Meerjungfrau die auf ihrem Felsen sitzt. Die kleine Meerjungfrau die der Bildhauer Edvard Eriksen nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen entwarf sog eigentlich alle Touristen der Stadt an. Einige wollten so nah an die Meerjungfrau heran das sie von der nächsten Welle erst einmal schön Nass gemacht wurden. Dies trug zur Belustigung aller bei.

Nun ging es weiter in die Stadt hinein am Tivoli vorbei, der wohl bekannteste Vergnügungspark und einer der ältesten der Welt, zum Rathaus von Kopenhagen. Die längste Einkaufsstraße von Kopenhagen beginnt auch hier am Rathaus, die Strøget. Nachdem wir einmal die Strøget entlang gelaufen waren sog es uns zum Königspalast. In einem der Gästehäuser hatte zuvor schon die Kanzlerin genächtigt. Auf dem Rückweg zum Schiff liefen wir am Segelhafen entlang wo wir ganz besonders beeindruckende Jachten sehen konnten auch die Königliche Jacht lag im Hafen vor Anker. Auf der Opera nahmen wir am Abend das letzte Dinner dieser Reise zu uns um frisch gestärkt bis in die Nacht zu tanzen. Am nächsten morgen hatte uns die Stadt Kiel wieder wo alles begann. Wir verließen die MSC Opera und machte uns nach dieser tollen Woche auf den Heimweg. Dies wird sicher nicht unsere letzte Kreuzfahrt gewesen sein...
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